Steffen Arnold, Michael Esslinger und Knut Neumann (v. l.), mit dem Freiberger Whisky.
Foto: Wieland Josch

Freiberg: Silber für einen goldenen Trank

Abermals stellten sich die Macher des Freiberger Whiskys „1. Sohle“ dem Votum einer unabhängigen Jury. Mit dem Ergebnis konnten sie wie schon im Vorjahr sehr zufrieden sein.

Von Wieland Josch

Freiberg - Tief im Berg, rund 150 Meter unter der Erdoberfläche, inmitten des Forschungs- und Lehrbergwerks „Reiche Zeche“ der TU Bergakademie Freiberg, lagert ein Geheimnis. Ein Geheimnis? Sicher, die Stolln des Bergbaus haben bestimmt noch nicht alles preisgegeben, was in ihnen steckt. Aber glücklicherweise handelt es sich bei dem, was hier außerdem lagert, schon lange nicht mehr um ein Geheimnis.

Denn in einem sogenannten „Blindstolln“ ruhen mehrere Fässer. In ihnen reift der Whisky „1. Sohle“, den die Freiberger Whisky-Manufaktur seit 2016 herstellt. Dass sich das Getränk längst etabliert hat und darum auch kein Geheimnis ist, das zeigt, dass ihm nun schon zum zweiten Mal eine Silbermedaille vom Verband Deutscher Whiskybrenner zuerkannt wurde. Der Verband, so Michael Esslinger, einer der drei Freiberger Geschäftsführer, führe alljährlich die größte Blindverkostung von deutschen Whiskys durch. Eine mit Kennern und Experten unabhängig besetzte Jury treffe die Entscheidung. Der Freiberger Whisky erhielt die Silbermedaille in der Kategorie Single Malt Whiskys in Trinkstärke. „Bewertet wurden Klarheit, Geruch, Geschmack und Ausgewogenheit“, so Esslinger. Aufgrund seiner auf 45% vol eingestellten Trinkstärke besitze die „1. Sohle“ einen vollmundigen Körper: „Weil die Reifung unter einzigartigen Bedingungen 147 Meter unter Tage erfolgt, bindet sich der Alkohol harmonisch mit milden Fruchtnoten.“ Darunter Aprikose, Vanille, Honig oder Marzipan. Hinzu kommen Röstnoten vom Karamellmalz und Holznoten von den Eichenholzfässern.

Die zwei Medaillen machten sich durchaus bemerkbar, sagt Geschäftsführer Knut Neumann. Das bestätigt sein Kollege Steffen Arnold. Als der Bericht über die erste Medaille in der „Freien Presse“ stand, habe es eine stärkere Nachfrage gegeben.

Wer sich selbst ein Geschmacks-Bild machen möchte, der hat dazu am 18. September und am 27. November in der Terra mineralia Gelegenheit. Im Anschluss an Führungen findet dort eine Verkostung unter dem Titel „Whisky on the rocks“ statt. Zudem ist die „1. Sohle“ im September auf der Whisky-Messe in Dresden vertreten. (wjo)

Zitat:

„Bewertet wurden Klarheit, Geruch, Geschmack und Ausgewogenheit.“ Michael Esslinger, Geschäftsführer